
Am 18. März fand in der Alten Schmiede ein Lese- und Gesprächskreis unter der Leitung der bekannten Autorin Lydia Mischkulnig statt. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Mitglieder der Österreichisch-Philippinischen Gesellschaft teil.
Lydia Mischkulnig ist eine österreichische Autorin, die für ihre sprachlich dichten und oft ungewöhnlichen Texte bekannt ist. Sie wurde 1963 in Klagenfurt geboren und lebt heute in Wien. Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht sie Romane, Erzählungen und Essays, in denen sie sich mit Themen wie Beziehungen, gesellschaftlichen Strukturen und menschlichen Abgründen beschäftigt. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet und zählt zu den wichtigen Stimmen der zeitgenössischen österreichischen Literatur. Sie hat sich in ihrem Leben und Schreiben auch mit Asien beschäftigt, vor allem durch Reisen und längere Aufenthalte. So verbrachte sie einige Zeit in Japan, wo sie Eindrücke sammelte, die später in ihre literarische Arbeit einflossen. Diese Erfahrungen haben ihren Blick auf Kultur, Spiritualität und gesellschaftliche Unterschiede erweitert.
Im Lesekreis erzählte Lydia Mischkulnig, dass sie auf José Rizal aufmerksam wurde, als sie die Gedenktafel am Morzinplatz entdeckte. Die Teilnehmer:innen waren beeindruckt von Mischkulnigs intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema und fanden spannend, wie solch ein Moment ihre literarische Neugier und ihr Denken beeinflusst hat.

Zu den interessierten Teilnehmern zählte Assoz. Prof. Mag. Dr. Alfred Gerstl, Präsident des Central European Institute of Asian Studies und Senior Advisor des AIES (Siehe dazu den Bericht über die Veranstaltung „Southeast Asia in Turbulent Times – Philippine Priorities as ASEAN Chair“ vom 11. Februar 2026).
Eine Teilnehmerin – Mag. Annemarie Rogner – fasste ihre Eindrücke folgendermaßen zusammen:
„Der Lesekreis in der Alten Schmiede zu NOLI ME TANGERE war für mich eine sehr interessante, neue Erfahrung. Einerseits ist mr durch die anregende Diskussion und die Expertenkommentare klargeworden, dass es sich bei diesem Werk um einen Roman handelt, der zur Weltliteratur zu rechnen ist, andererseits stellen die Themen Kolonialismus, Kritik an der katholischen Kirche in den Philippinen Ende des 19. Jahrhunderts sowie Verweise auf José Rizals humorvolle Beschreibungen einen starken Leseanreiz dar. Besonders wertvoll waren auch die Beiträge einiger von den Philippinen stammenden Teilnehmer:innen, die über eigene Erfahrungen im Umgang mit NOLI ME TANGERE während ihrer Schulzeit sprachen.
Eine emfpehlenswerte Veranstaltung sowie ein beachtenswerter Roman!“
